Medienmitteilung SBLV | 24.01.2026
Kompetenz sichtbar gemacht: 86 Bäuerinnen und ein bäuerlicher Haushaltleiter erhalten den Fachausweis
87 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen der Berufsprüfung Bäuerin/ bäuerlicher Haushaltleiter mit Fachausweis durften am 24. Januar 2026 in festlichem Rahmen im Gasthof zum Ochsen in Lupfig AG ihre wohlverdienten Fachausweise entgegennehmen. Die Leistungen der frischgebackenen Fachpersonen wurden gewürdigt. Grussworte überbrachten Anne Challandes, Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes, sowie Patricia Kettner, Generalsekretärin Departement Finanzen und Ressourcen aus dem Kanton Aargau. Besonders berührend war das Kurzreferat von Bäuerin Daniela Huwiler aus dem Freiamt (AG), in dem sie persönliche Einblicke in ihr Leben gab.

Am Samstag, 24. Januar 2026, fanden sich rund 170 Gäste im festlich geschmückten Saal des Gasthofs Ochsen in Lupfig ein. Sandra Schmid Koch, Präsidentin der Prüfungsleitung Bäuerin Deutschschweiz, begrüsste an der Feier die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der Berufsprüfung Bäuerin/bäuerlicher Haushaltleiter mit Fachausweis, ihre Begleitungen sowie die verschiedenen Gäste aus Verband, Politik und Gesellschaft. Sandra Schmid Koch betonte den intensiven und herausfordernden Weiterbildungsweg, den die heutigen Absolventinnen und Absolventen in den vergangenen Jahren zurückgelegt haben. Oft war Geduld gefragt, bis das Bestehen der Prüfung offiziell bestätigt wurde. Nun forderte sie die frisch ausgezeichneten Fachkräfte auf, ihr Wissen aktiv einzubringen. Gemeinsam mit ihren Familien sollen sie überlegen, wo ihre Kompetenzen am besten in die Betriebsführung einfliessen und so Teil der Schweizer Landwirtschaft werden und diese aktiv mitgestalten. Durch das abwechslungsreiche Programm führte gekonnt Maggie Kottmann, Mitglied der Prüfungsleitung.
Anne Challandes, Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes, richtete ihr Begrüssungsgrusswort an die neuen Bäuerinnen und den bäuerlichen Haushaltleiter mit Fachausweis und gratulierte ihnen würdevoll zum Abschluss. Sie hob hervor, dass das Jahr 2026 in besonderer Weise sowohl international als auch persönlich für die Absolventinnen und Absolventen bedeutend ist. Auf internationaler Ebene verweisen die Vereinten Nationen auf das internationale Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen, welches die oft wenig sichtbare, aber zentrale Rolle der Frauen in Agrar- und Ernährungssystemen weltweit anerkennt. Bäuerinnen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Ernährungssicherheit, wirtschaftlichen Stabilität und zur nachhaltigen Entwicklung, in der Schweiz wie auch international. Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) wird als wichtige Interessenvertretung der Frauen in der Landwirtschaft vorgestellt. Das internationale Jahr soll genutzt werden, um die Vielfalt, Kompetenzen und Leistungen der in der Landwirtschaft tätigen Frauen sichtbar zu machen und ihr Engagement stärker in den Fokus zu rücken. Gleichzeitig wird zur aktiven Mitwirkung eingeladen, etwa durch eine Mitgliedschaft in regionalen Vereinen und durch Vernetzung im Verband. Auf persönlicher Ebene wird der heutige Tag als besonderer Meilenstein gewürdigt. Den Absolventen gratuliert Anne Challandes zu ihrer anspruchsvollen Weiterbildung, die Mut, Durchhaltevermögen und Engagement erforderte.
Patricia Kettner, Generalsekretärin Departement Finanzen und Ressourcen, Kanton Aargau vertrat den aus gesundheitlichen Gründen abwesenden Regierungsrat Dr. Markus Dieth und betonte die grosse Bedeutung der Weiterbildung Bäuerin / bäuerlicher Haushaltleiter als Grundlage für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Den Abschluss würdigte sie als starkes Zeichen für Engagement, Verantwortung und Weiterentwicklung. Besonders betonte Patricia Kettner die zentrale Rolle der Bäuerinnen als organisatorisches Rückgrat der Betriebe, als Unternehmende sowie als wichtige Verbindung zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Trotz grosser Herausforderungen wie Wetterrisiken, Marktunsicherheiten und politischen Rahmenbedingungen zeigen sie täglich Mut, Innovationskraft und Durchhaltevermögen. Abschliessend gratulierte Patricia Kettner im Namen der Aargauer Regierung den Absolventen herzlich zu ihrem Erfolg.
Aus dem heimischen Kanton angereist ist Daniela Huwiler, welche ihren Lebens- und Berufsweg als Bäuerin schilderte. Gemeinsam mit ihrem Mann übernahm sie früh einen Milchwirtschaftsbetrieb, was mit grossen finanziellen, organisatorischen und emotionalen Herausforderungen verbunden war. Die Geburt ihrer Tochter mit einer angeborenen schweren Beinfehlbildung das Familienleben grundlegend. Intensive medizinische Behandlungen, mehrere Operationen, die hohe Pflegebelastung sowie eine postpartale Depression bei der Bäuerin prägten diese Zeit stark. Die Referentin betonte die Bedeutung von professioneller Hilfe, Selbstfürsorge und unterstützenden Netzwerken. Parallel zu den familiären Herausforderungen musste der Betrieb neu ausgerichtet werden. Nach sorgfältiger Planung und Beratung entschied sich die Familie, die Milchwirtschaft aufzugeben und den Hof wirtschaftlich und familiär tragfähiger umzustellen. Diese Veränderung brachte Entlastung und neue Perspektiven. Die Ausbildung zur Bäuerin spielte in dieser Phase eine zentrale Rolle, da sie nicht nur fachliche Kompetenzen vermittelte, sondern auch das Bewusstsein für die vielen Rollen von Bäuerinnen, für mentale Belastung und für persönliche Grenzen stärkte. Abschliessend beschrieb Daniela Huwiler ihr Selbstverständnis als moderne Bäuerin, die Tradition und Innovation verbindet. Landwirtschaft bedeutet für sie Verantwortung gegenüber Natur, Tieren und Gesellschaft, aber ebenso den Mut zur Veränderung, eine gesunde Work-Life-Balance und das Vertrauen in den eigenen Weg.
Sie erwähnte: «Bäuerinnen sind Multitasking-Wunder mit Gummistiefeln und Herz» und ermutigte die Zuhörenden, sich selbst nicht zu vergessen, stolz auf ihre Vielfalt zu sein und Herausforderungen als Ausgangspunkt für persönliches Wachstum zu sehen.
Die Chefexpertin Christine Gerber präsentierte den Prüfungsbericht und hob die grosse Vielfalt der Themen der eingereichten Projektarbeiten hervor. Im Vergleich zu den Vorjahren wurde das Modul Betriebslehre vermehrt gewählt. Auch die Kleintierhaltung und die Direktvermarktung erfreuen sich grosser Beliebtheit. Am häufigsten bearbeitet wird nach wie vor das Modul Haushaltführung. Die Prüfungen fanden unter der Leitung von Christine Gerber und Maggie Kottmann während einer Woche vom 07. -11. Oktober 2025 am Inforama Rütti in Zollikofen, Bern in einem professionellen Rahmen statt. Die 87 erfolgreichen Absolvierenden brachten 36 verschiedene Berufsabschlüsse als Erfahrungsschatz mit in die Weiterbildung, was eine beeindruckende Vielfalt der neu ausgebildeten Fachkräfte unterstreicht. Diese Diversität wird künftig wertvolles Wissen in die Landwirtschaft einbringen und genutzt werden können.
86 Frauen und ein Mann durften den Fachausweis entgegennehmen. Die Übergabe der Fachausweise war ein feierlicher Höhepunkt der Veranstaltung. Ein kräftiger Applaus am Schluss unterstrich die grosse Wertschätzung für die Leistungen der Absolvierenden. Fünf Frauen, die mit einer Abschlussnote von 5,5 oder höher besonders hervorragende Leistungen zeigten, wurden von der Prüfungsleitung mit einem Glas Bienenhonig geehrt. Die sensationelle Bestnote von 6,0 erreichten in dieser Prüfungsserie gleich drei Kandidatinnen, ein bislang einmaliges Ereignis. Dies sind: Veronica Oberholzer aus Altendorf, Schwyz, Stefanie Schori aus Madiswil, Bern und Tamara Bieri aus Oberembrach, Zürich.
Die Präsidentin Sandra Schmid Koch dankte zum Abschluss allen Anwesenden für die gelungene Feier. Besonders allen Sponsoren, die für die Absolventen kleine Geschenke bereitstellen werden. Ebenfalls gewürdigt wurde der Aargauer Landfrauenverband, insbesondere Terry Meier, die die Veranstaltung mit herzlicher Dekoration bereicherte. Vor der Feier genossen die Gäste ein erfrischendes Begrüssungsgetränk des Landfrauenverbands und allen erfolgreichen Absolventen wurde ein Aargauer Rüebli-Spitzbub überreicht. Die stimmungsvolle musikalische Umrahmung durch das Duo Glur Rizzo Collectiv aus Zofingen trug zur festlichen Atmosphäre bei. Dem Team des Restaurants Ochsen wurde für das Gastrecht und die anschliessende Verpflegung gedankt. So fand die Fachausweisübergabe der Berufsprüfung Bäuerin/ bäuerlicher Haushaltleiter einen würdigen und gelungenen Abschluss.
Für weitere Auskünfte:
Prüfungsleitung Bäuerin
c/o SBLV, Brugg
056 441 12 63
bildung@landfrauen.ch












