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Frauen vom Land müssen aktiv mitbestimmen – vom Betrieb bis in Entscheidungsgremien

Medienmitteilung des 4-Ländertreffens vom 6. bis 8. Oktober 2024

Die Bäuerinnen- und Landfrauenverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol, die gemeinsam rund 646.000 Frauen vertreten, haben sich in Salzburg zum diesjährigen 4-Ländertreffen versammelt. Von 6. bis 8. Oktober 2024 diskutierten die Präsidentinnen und Geschäftsführerinnen über Herausforderungen und Perspektiven der Frauen in den ländlichen Räumen. In einem gemeinsamen Positionspapier wurden konkrete Empfehlungen und Forderungen zur Stärkung der Frauen am Land formuliert.

v.l.n.r.: Michaela Glatzl,Regina Putz, Daniela Ruhe, Claudia Entleitner, Irene Neumann-Hartberger, Petra Bentkämper, Anne Challandes, Silke Mock, Kathrin Bieri-Straumann, Antonia Egger-Mair, Astrid Brunner

Im Fokus des Treffens stand die aktive Teilnahme von Frauen am gesellschaftlichen und politischen Leben. “Es braucht heute mehr denn je Mut und Kraft, um auf dem Land als Frau neue Wege zu gehen und Veränderung zu gestalten“, betonen die Präsidentinnen einhellig. In Deutschland, der Schweiz, Südtirol und Österreich sind Bäuerinnen und Landfrauen in der landwirtschaftlichen Interessenvertretung, in kommunalen Gremien sowie in regionalen Verbänden und Vereinen immer noch unterrepräsentiert. “Eine moderne Agrarpolitik, erfolgreiche landwirtschaftliche Betriebe und lebendige ländliche Regionen benötigen die Mitsprache von Frauen ebenso wie jene der Männer und der Jugend. Diversität muss auch in diesen Gremien Einzug halten, die Potenziale und Fähigkeiten der Frauen dürfen nicht ungenutzt bleiben“, unterstreicht Irene Neumann-Hartberger aus Österreich.

Erfahrungsaustausch und Zukunftsstrategien
Das Treffen diente dem intensiven Austausch über Strategien, wie Bäuerinnen und Landfrauen ermutigt werden können, sich politisch zu engagieren und Verantwortung in öffentlichen Funktionen zu übernehmen. Ebenso wurde diskutiert, wie Frauen, die bereits in Führungs-positionen aktiv sind, stärker eingebunden und unterstützt werden können, da die Erfahrungen aus allen Ländern ernüchternde Ergebnisse zeigen.

“Die Landfrauen sind eine starke Stimme für alle Frauen am Land“, betonen die Präsidentinnen. Durch ihre gesellschaftliche Vernetzung und ihr politisches Engagement übernehmen sie Verantwortung füreinander und für ihr gesamtes Lebensumfeld. Sie leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Entwicklung der ländlichen Räume und für die nächsten Generationen. “Dabei werden sie häufig in ihrer Mutterolle kritisiert, wenn sie sich politisch engagieren. Sie haben mit fehlenden Strukturen, einem sexistischen Umgangston und vielfach Anfeindungen zu kämpfen“, zeigt Petra Bentkämper aus Deutschland auf. “Das sind Hemmnisse, die Frauen von der Mitgestaltung abhalten“.

Forderungen und Ziele für die Zukunft
In einem gemeinsamen Positionspapier sprechen sich die Verbände u.a. für eine gezielte Aus- und Weiterbildung von Frauen am Land aus, um ihre Chancen auf eine aktive Teilnahme an Entscheidungsprozessen zu verbessern. Zudem wurden Forderungen nach der Stärkung bäuerlicher Familienbetriebe sowie der Verbesserung von Rahmenbedingungen für Frauen am Land formuliert, die deren Funktion als Unternehmerin stärken und ihnen Zukunftsperspektiven geben. “Dazu ist es unerlässlich, die Leistungen der Frauen statistisch sichtbar zu machen und diese auch in den Länderfinanzen besser zu berücksichtigen“, betont Antonia Egger aus Südtirol.

Besonders hervorgehoben wurde das Potenzial junger Frauen für die Zukunft der ländlichen Räume. Diese müssen verstärkt motiviert und in die Verbandsarbeit eingebunden werden. Dazu gehört auch die Etablierung einer zivilen europaweiten Dialoggruppe, die sich mit dem Thema Chancengleichheit und spezifisch mit den Herausforderungen für Frauen am Land befasst. “Es darf keine öffentliche Diskussion ohne Frauen geben. Ihre Ausbildung, ihre Potenziale und Innovationskraft, ihr unternehmerisches Engagement und die politische Teilhabe sind wesentliche Faktoren für die Stärkung der ländlichen Regionen“, so Anne Challandes aus der Schweiz.

“Ich kann Frauen nur wärmstens ans Herzen legen, den Mut zu fassen, in der Politik Verantwortung zu übernehmen und aktiv mitzugestalten“, sprach auch Salzburgs Agrarlandesrat Josef Schwaiger seine Unterstützung zu.

Abschliessend appellieren die Präsidentinnen an die Bäuerinnen und Landfrauen in ihren Ländern, selbst aktiv zu werden. “Nutzen Sie die Landfrauenvereine und Bäuerinnenorganisationen als stärkendes Netzwerk, als Plattform für Zukunftsdialog und Erfahrungsaustausch. Denn nur durch gegenseitige Unterstützung und Engagement kann die Zukunft der ländlichen Räume aktiv gestaltet werden.“

Für weitere Auskünfte:
Anne Challandes, Präsidentin, challandes@landfrauen.ch, Tel. 079 396 30 04
Kathrin Bieri, Geschäftsführerin, bieri@landfrauen.ch Tel. 056 441 12 63

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