Home > > News > 27.06.2026 – Fachausweisübergabe Berufsprüfung Bäuerin / bäuerlicher Haushaltleiter

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Medienmitteilung SBLV | 27.06.2026

160 Bäuerinnen und ein bäuerlicher Haushaltleiter erhalten den Fachausweis

161 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen der Berufsprüfung Bäuerin/bäuerlicher Haushaltleiter mit eidgenössischem Fachausweis durften am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen AG ihre wohlverdienten Fachausweise entgegennehmen. Die Leistungen der 160 Frauen und eines Mannes wurden in einem würdigen und festlichen Rahmen gefeiert. Grussworte überbrachten Anne Challandes, Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands (SBLV), Regierungsrat Dr. Markus Dieth sowie Daniela Lobsiger, Verwaltungsrätin der fenaco Genossenschaft. Für anregende Denkanstösse sorgte Colette Basler, Vizepräsidentin des Bauernverbands Aargau, mit einem persönlichen Kurzreferat. Zudem ehrte die Schweizer Agrarmedien AG im Rahmen einer Preisverleihung die besten Absolventinnen besonders.

Am Samstag, 27. Juni 2026, fanden sich rund 260 Gäste bei hochsommerlichen Rekordtemperaturen in der festlich geschmückten Arena des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg ein. Rajka Frei, Mitglied der Prüfungsleitung Bäuerin Deutschschweiz, begrüsste die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen, ihre Begleitpersonen sowie zahlreiche Gäste aus Verbänden, Politik und Gesellschaft. Mit einem Augenzwinkern lud sie die Anwesenden ein, sich angesichts der Hitze gedanklich in die Antarktis zu versetzen und an den Kaiserpinguin in den eisigen Gewässern zu denken. Dieser humorvolle Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch die Feier und sorgte zumindest gedanklich für etwas Abkühlung.

Anne Challandes, Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands, würdigte die Absolventinnen als kompetente und engagierte Gestalterinnen der Landwirtschaft von morgen. Sie verwies auf das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen 2026, das die unverzichtbare Rolle der Frauen für die Ernährungssicherheit sowie nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme hervorhebt. Den Absolventen gratulierte sie zu ihrem erfolgreichen Abschluss, den sie oftmals berufsbegleitend und mit grossem persönlichem Einsatz erreicht hätten. Die erworbenen Fachkompetenzen stärkten sie darin, Verantwortung auf den Betrieben zu übernehmen, ihre Zukunft selbstbestimmt zu gestalten und sich auf Augenhöhe in betriebliche und strategische Entscheidungen einzubringen.

Regierungsrat Dr. Markus Dieth würdigte in seinem Grusswort die Bedeutung der Aus- und Weiterbildung als Fundament einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Er gratulierte den Absolventinnen und Absolventen zum Fachausweis und betonte ihre zentrale Rolle auf den Landwirtschaftsbetrieben. Bäuerinnen seien weit mehr als das organisatorische Rückgrat der Höfe: Sie schafften als Brückenbauerinnen zwischen Produktion und Konsumentinnen und Konsumenten Vertrauen, Transparenz und Nähe zur regionalen Landwirtschaft. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen in der Landwirtschaft seien ihre Fachkompetenz, Innovationskraft und ihr unternehmerisches Engagement von grosser Bedeutung. Mit ihrer Ausbildung leisteten sie einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Schweizer Landwirtschaft. Den Absolventinnen gab er den Leitsatz mit auf den Weg: «Wer nicht handelt, wird behandelt.»

In ihrem Referat ermutigte Colette Basler, Bäuerin und Vizepräsidentin des Bauernverbandes Aargau, die Absolventinnen ihre Fähigkeiten selbstbewusst einzusetzen und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Sie würdigte den grossen Einsatz, den der Erwerb des Fachausweises erfordert und hob hervor, dass neben Fachwissen insbesondere Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und Vertrauen zu den wichtigsten Kompetenzen der Zukunft gehören. Gerade im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz gewinnen menschliche Stärken wie Empathie, Teamarbeit und Vernetzung weiter an Bedeutung. Anhand persönlicher Erfahrungen zeigte sie auf, wie Rückschläge neue Perspektiven eröffnen können. Sie lud alle Anwesenden ein, wichtige Dinge im Leben nicht aufzuschieben, sondern bewusst zu erleben und Erfolge, ebenfalls kleine Highlights, zu feiern. Auch unterstrich sie die Bedeutung von Selbstfürsorge und bewussten Auszeiten, um langfristig leistungsfähig und gesund zu bleiben. Mit der Botschaft, an die eigenen Stärken zu glauben, sich gegenseitig zu fördern und das Leben mit seinen besonderen Momenten bewusst zu geniessen, gab sie den Absolventinnen wertvolle Impulse für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg.

Im Prüfungsbericht blickte die Chefexpertin Christine Gerber auf den Weg der Absolventinnen und Absolventen bis zur heutigen Fachausweisübergabe zurück. Bereits ein Jahr vor den Prüfungen startete der Prozess mit Informations-veranstaltungen, der Anmeldung sowie der Wahl individueller Projektthemen und Module. Begleitende Kurse unterstützten die Teilnehmenden bei der Erarbeitung ihrer Projektarbeiten und der Vorbereitung auf die mündlichen Prüfungen. Die eingereichten Arbeiten zeigten die grosse Vielfalt der Schweizer Landwirtschaft und behandelten Themen wie Direktvermarktung, Angehörigenpflege auf dem Hof, Selbstversorgung oder ausgearbeitete Bildungsangebote. Die Prüfungen fanden unter der Leitung von Christine Gerber und Rajka Frei zwischen dem 17. und 24. April 2026 am Strickhof in Wülflingen, ZH, in einem professionellen Rahmen statt. Die Kandidatinnen und Kandidaten brachten 47 verschiedene Berufsabschlüsse mit und verdeutlichen damit die grosse Vielfalt an Erfahrungen und Kompetenzen, die heute in die Landwirtschaft einfliessen. 160 Frauen und ein Mann erhielten schliesslich den eidgenössischen Fachausweis als feierlicher Höhepunkt dieses Anlasses. Die Prüfungsleitung gratulierte allen erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten herzlich und würdigte ihren grossen Einsatz, ihre Ausdauer und ihr Engagement auf dem Weg zum Abschluss. Elf Absolventinnen schlossen mit einer Abschlussnote von 5,5 oder höher ab und wurden von der Prüfungsleitung mit einem Glas Bienenhonig ausgezeichnet. Die Schweizer Agrarmedien AG ehrte zudem die besten Absolventinnen der Herbstprüfung 2025 sowie der Frühlingsprüfung 2026. In ihrer Ansprache würdigten Andrea Wyss und Jeanne Göllner die vielfältigen Leistungen der Bäuerinnen und hoben hervor, dass deren Arbeit weit über die sichtbaren Aufgaben auf dem Landwirtschaftsbetrieb hinausgeht. Besonders betont wurde der oft unsichtbare «Mental Load», – die organisatorische und emotionale Verantwortung, die viele Frauen täglich tragen. Diese Leistung verdiene mehr Anerkennung. Mit der Bestnote 6,0 schlossen Veronica Oberholzer aus Altendorf SZ, Stefanie Schori aus Madiswil BE und Tamara Bieri aus Oberembrach ZH ab. Es folgten Katja Aregger aus Willisau LU und Stephanie Lötscher aus Greppen LU mit der Note 5,8 sowie Brigitte Meier aus Gränichen AG mit der Note 5,6.

Daniela Lobsiger, Verwaltungsrätin der fenaco Genossenschaft, gratulierte den Absolventen herzlich zum erfolgreichen Abschluss. Sie betonte, dass Werte wie Verwurzelung, Verlässlichkeit und Engagement die Grundlage einer starken Landwirtschaft bilden. Bäuerinnen leisten einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und bilden ein wesentliches Bindeglied zwischen Landwirtschaft und Konsumenten. Sie ermutigte die Absolventinnen, das in der Ausbildung erworbene Wissen auf ihren Betrieben einzusetzen und weiterzugeben.

Zum Abschluss dankte die Präsidentin der Prüfungsleitung Bäuerin, Sandra Schmid Koch, allen Mitwirkenden, Ehrengästen und Helfenden für ihren Einsatz und die Wertschätzung gegenüber der Ausbildung der Bäuerinnen. Den Absolventinnen wünschte sie für ihren weiteren Weg einen symbolischen «Schutzengel» für sie selbst, ihre Familien und ihre Landwirtschaftsbetriebe sowie Gesundheit und gutes Gelingen auf den Höfen. Bereits vor der Feier wurden die Gäste mit einem erfrischenden Begrüssungsgetränk empfangen. Der Aargauer Landfrauenverband liess allen Absolventinnen und Absolventen einen Aargauer Rüebli-Spitzbub überreichen. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Örgeli-Duo d’Johrgänger, das auch den anschliessenden Apéro begleitete. Ein besonderer Dank galt dem Team des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg für das Gastrecht und die hervorragende Organisation. So fand die Fachausweisübergabe der Berufsprüfung Bäuerin/bäuerlicher Haushaltleiter einen würdigen Abschluss.

Für weitere Auskünfte:

Prüfungsleitung Bäuerin
c/o SBLV, Brugg
056 441 12 63
bildung@landfrauen.ch

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